Die neue E-Klasse

Die Formel 1 hat sich immer wieder den Vorwurf gefallen lassen müssen, laut und schmutzig zu sein. Der ohrenbetäubende Lärm, aber auch der hohe Benzinverbrauch sind Umweltschützern ein Dorn im Auge. Doch wenn es nach wie vor klassische Rennen gibt, hat die FIA reagiert: Im Jahr 2014 wurde die Formel E geschaffen. Hier kommen nur elektrisch betriebene Rennwagen zu Einsatz.

Da bei den Elektromotoren die Entwicklung breiter gefächert ist als bei den Benzinern, schreibt die FIA für alle Teams einen einheitlichen Antrieb vor. Man geht noch weiter: Die Teams müssen ein von der Firma Spark und der FIA entwickeltes Auto benutzen. Damit werden gleiche Bedingungen für alle 12 Teams geschaffen. Das Können der Fahrer rückt wieder mehr in den Mittelpunkt.

Ein Rennen dauert 45 Minuten und eine Runde

Die Batterie des Gen1-Modell war in den ersten Jahren noch so schwach, dass man in der Mitte des Rennens das Auto wechseln musste. Auftanken ist bei den E-Modellen bekanntlich nicht möglich, und selbst Schnellladen würde zu lange dauern. Das neue Gen2-Modell hat jetzt eine 54k Wh-Batterie mit 250 kW Output und kann ein Rennen lang durchhalten. Dabei bringt sie das Auto auf über 280 km/h Spitzengeschwindigkeit.

In der Saison 2019 gab es 13 Rennen, auf allen Kontinenten außer Australien. Sie werden bei der Formel E aber nicht in Runden gemessen, einheitlich dauert ein Rennen 45 Minuten plus eine Runde. Das liegt zum großen Teil an der Leistungsfähigkeit der Batterie. Es gibt zwei Einheiten für das freie Training mit jeweils 30 Minuten und eine Qualifikationsphase. Bei dieser darf mit maximalen Output von 250 kW gefahren werden, im Rennen ist dieser auf 200 kW beschränkt.

Da mit Allwetterreifen gefahren wird und die Renndauer kurz ist, sind Reifenwechsel nur dann notwendig, wenn es einen Platten gibt. Das wiederum bedeutet, dass die Teams keine Boxenstopp-Strategie brauchen. Das Rennen liegt ganz in den Händen des Fahrers.